Die drei Gegner des Hitlerattentats vom 20. Juli 1944

 

Hildegard Hamm-Brücher, ehemals Galionsfigur der FDP, begrüßte 2004 in einer Pressemitteilung das Scheitern des Putsches vom 20. Juli 1944. Dies ist insofern nicht nachvollziehbar, weil viele Millionen Menschen diesen Krieg überlebt hätten, wenn das Attentat geglückt wäre.

Aus politischer Sicht ist dies besonders schlimm, weil in dem Kürzel "FDP" die Wörter Freiheit und Demokratie enthalten sind, die mit dieser Haltung kaum in Zusammenhang zu sehen sind.

Der Putsch hatte neben dem Naziregime zwei weitere wichtige Gegner.

Zum Ersten die Westalliierten, denen mit dem Tode Hitlers und der Entmachtung der Naziführung das Feindbild abhanden gekommen wäre, sie somit Schwierigkeiten gehabt hätten, ihrer Bevölkerung klarzumachen, warum der Krieg im Stile eines "Bomber-Harris" mit der Vernichtung von Städten wie Dresden, Hamburg, Magdeburg und deren Zivilbevölkerung bis zur Beseitigung des wirtschaftlichen Konkurrenten Deutschland weiter gehen mußte.

Zum Zweiten die deutschen Linken unter Führung der Sowjetunion, denen damit die Macht in Ostdeutschland und die Ausbreitung der kommunistischen Ideologie nach Westeuropa nicht gelungen wäre.

Natürlich haben die Widerstandskämpfer des 20. Juli nicht die demokratischen Strukturen heutiger Prägung im Auge gehabt, welche vor 75 Jahren auf der ganzen Welt noch nicht bekannt waren.

Aber allein die Wiederherstellung des Zustandes vor 1933 wäre Erfolg genug gewesen, denn das Deutsche Reich war bis zu diesem Zeitpunkt genausogut oder -schlecht wie die damaligen westlichen Demokratien und hätte dann mit Sicherheit die gleiche demokratische Entwicklung genommen.

Immer wieder wird der Kampf der Linken gegen die Nazis in den Vordergrund gestellt, obwohl der Kommunismus die gleiche, wenn auch geschickt verschleiert, menschenverachtende Politik betrieb wie die Nationalsozialisten. Somit wird der Verdienst der Widerstandskämpfer des 20.Juli,weil sie eben keine Linken waren, abgewertet. Ihr Verdienst wird auch nicht kleiner, weil einige von ihnen "belastet" waren und erst später ihr Gewissen erkannten und aktiv wurden. Dies zeigt beispielhaft die Rolle des ehemaligen Kommunisten Herbert Wehner in der Politik der Bundesrepublik.

 

 

 

Detlev Spangenberg, MdB

 

 

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